500 Besucher sehen Bosbach auf dem Sofa

von Eva Kleinert

Oberlangen/Westoverledingen. Insgesamt rund 500 Besucher hat der Vorsitzende des Innenausschusses im Deutschen Bundestag, Wolfgang Bosbach, nach Oberlangen und Ihrhove gelockt. Der prominente CDU-Politiker aus dem Rheinland war zu Gast auf dem schwarzen Sofa der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann.

Seit 2013 veranstaltet die Christdemokratin auf dem Möbelstück eine mobile Zweier-Talkreihe in ihrem Wahlkreis. Sowohl in Ostfriesland als auch im Emsland war das Interesse an dem CDU-Politiker aus Bergisch Gladbach groß: Rund 250 Gäste hatten sich jeweils im Heimathaus Oberlangen sowie in der Reithalle in Ihrhove eingefunden.

Bosbach erntete mit seiner erfrischenden Art und geradlinigen Äußerungen viel Zustimmung. Ganz frei bekannte der Rheinländer: „Ich kann zu meiner Meinung stehen, auch wenn sie nicht der Parteilinie entspricht.“ Er habe immer darauf geachtet, wirtschaftlich nicht von der Politik abhängig zu sein. Wirklich unabhängig sei ein Abgeordneter aber erst „durch das Vertrauen der Menschen zu Hause“.

Er habe von seinen Eltern gelernt, aufrichtige Entscheidungen zu treffen: „Wort und Tat müssen übereinstimmen.“ Seinen Eltern habe Bosbach in seinem Leben „alles zu verdanken“. Mit seinem 92-jährigen Vater diskutiere er manchmal stundenlang über Politik. „Er wäre so gern an meiner Stelle im Bundestag“, sagte Bosbach.

Kritik aus den eigenen Reihen scheint der Vater dreier Töchter gelassen zu nehmen. Auch mit Ronald Pofalla, der ihn einst bei der Abstimmung um den Euro-Rettungsschirm beleidigt hatte, habe er „vorher und nachher nie ein Problem gehabt“. Eine Volkspartei müsse unterschiedliche Meinungen vertragen, so Bosbach. Er habe „aus Überzeugung, nicht aus Bockigkeit so gestimmt“.

Connemann, die mit ihren Fragen durch den Abend führte, leitete im Anschluss an die eher persönlichen Gesprächsthemen auf das aktuelle politische Geschehen über. So gab sie Bosbach die Gelegenheit, aus seiner innenpolitische Arbeit zu berichten.

In diesem Zusammenhang sprach der Rheinländer über die flächendeckende Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA. Dort müssten „die notwendigen Konsequenzen“ folgen. Die Massenüberwachung sei in dem amerikanischen Ansatz zur Terrorbekämpfung begründet. Diesen könne man mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen vergleichen: „Die Amerikaner denken: Wenn wir alles Heu haben, ist die Nadel mit Sicherheit dabei. Wir Deutschen denken: Wenn wir alles Heu haben, werden wir die Nadel mit Sicherheit nicht finden“, so der Innenpolitiker.

Mit seiner Haltung zum Umgang mit Einwanderern und Toleranz gegenüber fremden Kulturen erntete Bosbach viel Beifall. „Ich bin strikt gegen Toleranz gegenüber Menschen, die unsere Toleranz ausnutzen und unseren toleranten Staat abschaffen wollen“, sagte er.

Wichtig sei auch, selbst die eigene Kultur und Religion nicht zu verwässern. Bosbach: „Meine Sorge ist nicht, dass zu viele Muslime in die Moschee gehen. Meine Sorge ist, dass zu wenige Christen in die Kirche gehen.“